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Los geht's

Bochum - Noch einmal zurück zu Ruth

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Eine Multimedia-Reportage von Gero Helm (Fotos und Videos), Tom Geertman (Audio) und Gianna Schlosser (Text)

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„Manche gehen als ‚Hans im Glück‘ durchs Leben“, sagt Klaus Tietzick. So einer sei er nicht.

„Ein ,Hans im Pech' biste doch aber auch nicht“, wendet seine Frau ein. „Hast doch alles überlebt.“

Da muss er ihr Recht geben, brummelnd zwar, aber irgendwie auch ein bisschen stolz: „Dass ich so alt werde, hätte ich ja auch nicht gedacht.“

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1953 beginnt der junge Klaus Tietzick, gerade 16, seine Lehre auf der Zeche Friedlicher Nachbar in Linden.

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Tietzicks Vater ist da schon eine ganze Weile als Hauer beschäftigt - nicht unbedingt aus Überzeugung, ist er doch gelernter Anstreicher, wohl aber, weil er so der Wehrmacht hat entgehen können. Nicht an die Front musste. Und um des guten Geldes willen.

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Mit Beginn des zweiten Lehrjahres werden die Lehrlinge auch unter Tage eingesetzt.

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Es ist Heiligabend, als Klaus Tietzicks Bild vom guten Bergbau einen ersten Riss bekommt.

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Die herbeieilenden Helfer schicken die Lehrlinge weg, sie sollen von alldem nichts mitkriegen. „Kriegt man trotzdem“, sagt Tietzick.

Angst um sich selbst hat er danach nicht, schiebt den Vorfall beiseite – und macht einfach weiter.

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Nach der Lehre wechselt Tietzick zur Zeche Theresia nach Höntrop.

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Und eines Mittags passiert es.

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Seine Ruth hat er mit 16 kennengelernt, bei ihr wusste er direkt: „nur die!“. Seine Ruth ist nur zwei Tage jünger als er. Näherin lernt sie, obwohl sie lieber Schneiderin sein will.

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Dann hört Tietzick die Klopfzeichen, schreit los. „Klaus, wir hören dich!“ rufen die Kumpel, räumen kleine Geröllbrocken beiseite und zertrümmern die großen.

Jeden Schlag spürt Klaus Tietzick als schmerzhaftes Echo in seinen Knochen. 27 Mann arbeiten daran, ihn freizubekommen. Er erfährt es erst später, als er schon im Bergmannsheil liegt: „Als sie mich gerade raus hatten, ist die ganze Strecke eingestürzt“.

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Nach wenigen Wochen kehrt Klaus Tietzick in den Stollen zurück. Doch etwas hat sich verändert: Mit dem Kohlenstaub legt sich jetzt auch die Angst auf ihn, jeden Tag aufs Neue.

Eines Nachts gibt ein Tritt in einer schräg verlaufenden Strecke nach, Tietzick rutscht "bis in die Kohlenkiste hinein". Das Ganze wiederholt sich in dieser Schicht einmal, zweimal, dreimal.

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Ein "Hans im Glück" ist Tietzick vielleicht nicht. Aber er hat sein Leben behalten, als er es für verloren hielt. Und seine Ruth. 

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Konzept und Koordination: Linda Heinrichkeit, Ralf Laskowski, Johannes Pusch, Gianna Schlosser

Redaktionelle Umsetzung: Linda Heinrichkeit, Daniel Helbig, Johannes Pusch, Gianna Schlosser

Mitarbeit: Andrea Donat, Ingo Knosowski, Oliver Schäfer, Dana Schmies, Philipp Wahl

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