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Duisburg - Gute Arbeit im Revier

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Eine Multimedia-Reportage von Lars Fröhlich (Fotos und Videos), Astrid Menz (Audio) und Willi Mohrs (Text)

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Jürgen Dorloff hat seinen Platz an der Sonne gefunden: Wenn das Wetter es gut meint mit Duisburg, ist der sportliche 78-Jährige im Freibad am Großenbaumer Baggersee.

Dabei war es nicht der Sonnenschein, der ihn ins Ruhrgebiet lockte, sondern die Aussicht auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz in dunkler Tiefe.

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Dorloffs Lebenslauf spiegelt ein typisches Schicksal in Deutschland im letzten Jahrhundert: Geboren im Osten, aufgewachsen im Norden, letztlich gelandet im Westen.

Dorloff erblickte in Danzig das Licht der Welt, wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg in Rendsburg auf und fand seine neue Heimat im Ruhrgebiet.

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Eine Werbekampagne für den Bergbau hatte den jungen Mann begeistert, die Aussicht auf eine verkürzte Lehrzeit, auf gutes Geld und manierliche Unterkunft mit umfassenden Sportangeboten hatte ihn 1956 überzeugt.

„Also ab ins Ruhrgebiet, nach Gelsenkirchen, die Stadt der 1000 Feuer“, blickt er zurück.

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Dorloff machte seine Ausbildung zum Bergmann und arbeitete untertage, unter anderem beim Sprengen.

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„Jungs, für gut 100 Jahre“, sagte der Ausbildungssteiger damals auf die Frage nach den Kohlevorräten.

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Der 40 Kilo schwere „Piekhammer“ mit dem Pressluftschlauch ist Jürgen Dorloff noch gut in Erinnerung und auch der „Rutschenbär“.

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Viele der jungen Kollegen kamen wie Dorloff aus Niedersachsen oder Schleswig-Holstein, nur einer davon ist im Bergbau geblieben und später Steiger geworden.

Eine Karriere, die auch der heutige Duisburger vor Augen hatte: „Ich wäre gerne Bergmann geblieben“, sagt er in Erinnerung an die Arbeit untertage.

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Doch die Kohlekrise zeichnete sich ab, 1960 wurde die Schließung von Wilhelmine Victoria beschlossen und für Dorloff war ein Zechenwechsel keine Perspektive.

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Für acht Jahre ging’s zum Bundesgrenzschutz und dann zurück in die Montanindustrie, aber in die Stahlbranche, genauer in die Mannesmann-Werke in Duisburg, Düsseldorf und Dinslaken.

Aber der Bergbau hatte tiefen Eindruck hinterlassen.

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Dorloff hatte die Refa-Schule besucht, war in der Personalabteilung und hatte irgendwann die Aufgabe, mit dem Betriebsrat die Schwere von einzelnen Arbeiten zu definieren.

Die Verhandlungen stockten, und Dorloff organisierte für alle Beteiligten eine Grubenfahrt in Essen.

Dort, so der Ex-Bergmann, sahen die Stahl-Betriebsräte die Bergleute vor Ort: „Das Wasser lief den Kumpels den Arsch runter“, beschreibt Dorloff die Szenerie, die seine Verhandlungspartner tief beeindruckt haben soll: „Das Thema Arbeitsschwere war danach beendet.“

Das Thema Bergbau ist es für Dorloff bis heute nicht.    

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Seit den frühen 80er Jahren ist Dorloff dem Freibad in Duisburg-Großenbaum verbunden, ist Kassierer des Trägervereins, dessen Vorsitzender sein Sohn ist.

Jeden Tag sei er eigentlich am Wasser, „nicht nur in der Saison“. Der ehemalige Baggersee lockt mit klaren Wasser und gepflegten Rasenflächen.

Dorloff: „Wenn die Sonne scheint, haben wir auf.“ 38 mal hat der aktive Rentner sein Sportabzeichen gemacht, „40 ist mein Ziel“.

1977 war der ausgezeichnete Schwimmer von einem Kollegen für den ehrenamtlichen Dienst am Wasser begeistert worden.

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20 Jahre vorher stand er zudem als Deutscher Amateurmeister im Halbschwergewichtsboxen ganz oben auf dem Siegertreppchen.

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Und einmal noch will er ganz nach unten, eine Grubenfahrt mit seinen drei Söhnen und dem Schwiegersohn machen.

Warum? „Einmal Bergmann, immer Bergmann.“

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Konzept und Koordination: Linda Heinrichkeit, Ralf Laskowski, Johannes Pusch, Gianna Schlosser

Redaktionelle Umsetzung: Linda Heinrichkeit, Daniel Helbig, Johannes Pusch, Gianna Schlosser

Mitarbeit: Andrea Donat, Ingo Knosowski, Oliver Schäfer, Dana Schmies, Philipp Wahl

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